Arthur Abraham steigt ins Supermittelgewicht auf

Der Mittelgewichtsweltmeister sucht eine neue Herausforderung

28.06.2009 Steffen Schroedter

Nachdem dem ungeschlagenem Boxer Abraham im Mittelgewicht die Gegner ausgehen, wechselt dieser in die höhere Klasse, um dort auch in den USA an Popularität zu gewinnen.

Seine Kampfbilanz ist makellos, seine Knockout-Quote beeindruckend. Arthur Abraham gewann bislang alle seiner 30 Profikämpfe im Mittelgewicht, von denen er 24 vorzeitig beenden konnte. Seinen IBF-Weltmeistergürtel verteidigte er am 27. Juli 2009 zum elften und wohl zum letzten Mal. Seine nächsten Kämpfe wird Abraham in der höheren Gewichtsklasse des Supermittelgewichts austragen.

Arthur Abraham: Beginn der Karriere

Der am 20. Februar 1980 als Awetik Abrahamjan in Eriwan, Armenien, geborene Boxer siedelte 1995 nach Deutschland über. Die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt er 2006. 2003 wurden Abraham und sein Bruder Alexander vom Sauerland Boxstall unter Vertrag genommen. Abraham überzeugte schnell und machte in den ersten Aufbaukämpfen durch seine Schlaghärte auf sich aufmerksam. Seine ersten 14 Kämpfe endeten jeweils vorzeitig. Somit empfahl er sich für einen WM-Kampf. Als dann 2005 der IBF-Titel vakant wurde, bekam er auch die Chance, um diesen zu kämpfen. Der mittlerweile aufgrund einer hellblauen Schlumpfmütze, die er beim Einlauf trug, als "Schlumpfboxer" bekannt gewordene Abraham nutzte diese Chance prompt.

Kieferbruch: Die Blutschlacht von Wetzlar

Für die breite Öffentlichkeit interessant wurde Abraham im September 2006 bei seiner dritten Titelverteidigung. Trotz eines doppelten Kieferbruchs, den er sich in der vierten Runde zugezogen hatte, konnte er den Kampf gegen Edison Miranda noch nach Punkten gewinnen. In derselben Nacht wurden Abraham 22 Schrauben und zwei Titanplatten zum Richten des Kiefers bei einer Operation eingesetzt. Seit diesem Kampf entwickelte sich eine stetig wachsende Fangemeinde, und seine Kämpfe erreichten hohe Einschaltquoten. Einen Rückkampf gegen Miranda gewann Abraham 2008 bereits in der vierten Runde durch technischen KO.

Wechsel ins Supermittelgewicht

Nach weiteren überzeugenden Titelverteidigungen und dem Ablegen des Schlumpfimages forcierte Abrahams Management die Titelvereinigung mit dem amerikanischen Weltmeister der Verbände WBO und WBC Kelly Pavlik. Da diese aufgrund der Ablehnung Pavliks, der wohl eine Niederlage befürchtete, nicht zustande kam, befasste sich "King Arthur", wie er sich mittlerweile nennt, mit dem Wechsel in eine höhere Gewichtsklasse.

Abraham hatte bereits in seinen letzten Kämpfen Probleme mit der Einhaltung des Maximalgewichts und büßte durch die rapiden Gewichtabnahmen im Vorfeld der Kämpfe auch an Schlagkraft ein. Nach der Titelverteidigung gegen Mahir Oral am 27. Juni 2009 verkündete Abrahams Trainer Ulli Wegner schließlich den Wechsel der Gewichtsklasse. Im Supermittelgewicht kann Abraham wegen seiner Kampfbilanz mit einer hohen Einstufung in der Weltrangliste und somit mit einem baldigen Titelkampf rechnen. Des Weiteren erhofft sich sein Management ebenbürtigere Gegner, da er durch die Überlegenheit im Mittelgewicht keine Kontrahenten mehr fand, gegen die er in den USA hätte kämpfen können. Diese warten im Supermittelgewicht zu Hauf: Neben den amtierenden Weltmeistern Mikkel Kessler und Carl Foch ist ebenfalls Jermain Taylor als prestigeträchtiger Gegner zu nennen. Abraham befindet sich mit 29 Jahren im besten Boxeralter und kann folglich in den nächsten fünf Jahren auch im Supermittelgewicht einiges erreichen. Einziger Wermuthstropfen für die Fans ist der durch den Wechsel der Gewichtsklasse nicht realisierbare Titelvereinigungskampf gegen den deutschen Felix Sturm.

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